Ausschreibung

Dietrich-Moderhack-Stipendienprogramm der Historischen Kommission
(Ausschreibungstext)
Einsendeschluss: 15.12.2017

Veranstaltungstermine

21.10.2017: 7. Tag der Landesgeschichte in Dessau-Roßlau: Unser Franz. Das Bild des Fürsten Franz von Anhalt-Dessau im Urteil der Nachwelt 1817–1945 (Programm)

15.11.2017: Buchvorstellung in Magdeburg: 1815: Europäische Friedensordnung - Mitteldeutsche Neuordnung (Programm)


Neuerscheinungen

B. Kaiser: Baugeschichte der Naumburger Domkirche seit dem Brande vom Jahre 1532

U. Höroldt/S. Pabstmann (Hg.): 1815: Europäische Friedensordnung – Mitteldeutsche Neuordnung

G. Deutschländer/I. Würth (Hg.): Eine Lebenswelt im Wandel. Klöster in Stadt und Land


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Historische Kommission für Sachsen-Anhalt
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Tagung zum Magdeburger Recht

Kategorie
Externe Veranstaltung
Datum & Uhrzeit
5. Oktober 2017 00:00 - 7. Oktober 2017 00:00
Veranstaltungsort
Kulturhistorisches Museum Magdeburg
E-Mail
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Tagung zum Magdeburger Recht

Vom 5. bis 7. Oktober im Kulturhistorischen Museum Magdeburg

Die wichtige Rolle von städtischen Zentren und die Ausweitung urbanen Lebens im hohen und späten Mittelalter sind Phänomene, die die Geschichte ganz Europas kennzeichnen. Mit der »okzidentalen Stadt des Mittelalters« (M. Weber) wurde der Idealtypus dieser europäischen Stadt beschrieben und geradezu als Charakteristikum und konstitutives Element Europas benannt (L. Benevolo). In Mittel- und Osteuropa ging dieser Prozess der Urbanisierung mit dem Transfer bzw. der Rezeption von Stadtrechten einher; eines der herausragenden Phänomene von Austausch und kultureller Vernetzung in mittelalterlicher Zeit. Im Zentrum dieses Vorganges standen Stadtrechte und Rechtskomplexe wie das sächsisch-magdeburgische Recht, eine Verbindung von Stadt-, Land- und Lehnrecht, die in besonderer Weise Verbreitung fand und eine der größten »Rechtsfamilien« begründete.

Die Tagung nimmt die Rezeption und Adaption des sächsisch-magdeburgischen Rechts in Ostmitteleuropa zum Ausgangspunkt für eine interdisziplinäre Betrachtung von Stadtkultur in dieser Region. Dabei stehen zunächst die Mechanismen des Rechtstransfers und die Formen des Rechtskontaktes sowie die Methoden der Aneignung rechtlicher Inhalte im Mittelpunkt. Sodann wird der Blick geweitet auf die Herausbildung spezifischer Stadtverfassungen im Bereich des sächsisch-magdeburgischen Rechts und auf die Formierung einer oft multiethnischen Stadtgesellschaft. Stadtkultur und Stadtgestalt runden dann den Blick auf die »Städte des Magdeburger Rechts« ab.

In Kooperation mit der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig und dem Zentrum für Mittelalterausstellungen veranstaltet das Kulturhistorische Museum Magdeburg diese wissenschaftliche Fachtagung in Vorbereitung eines Ausstellungsprojektes im Jahr 2019/20, das sich der »Faszination Stadt« widmen wird.

Programm

Donnerstag, 5. Oktober 2017

13:00 Begrüßung

13.30 Einführung | Heiner Lück (Halle/Saale): Das sächsisch-magdeburgische Recht als Bindeglied zwischen den Rechtsordnungen Ost- und Mitteleuropas

Sektion I: Rechtsräume und Rechtstransfer

15.00 Stephan Dusil (Leuven): Stadtrechtsfamilien, Rechtsräume und die Verbreitung des Magdeburger Rechts. Überlegungen zu Konzepten und Forschungsproblemen

15.45 Heiner Lück (Halle/Saale): Institutionen der lokalen Ausformung und Verbreitung sächsisch-magdeburgischen Rechts. Funktionen, Strukturen, Wirkungen (Oberhöfe und Schöffenstühle)

16.30 Roman Czaja (Toruń): Der Deutsche Orden und die Städte: Landesausbau als Rahmen des Rechtstransfers

17.15 Wieland Carls (Leipzig): Rechtsanfragen und Rechtssprüche. Zur Praxis des Rechtsverkehrs mit dem Magdeburger Schöppenstuhl

19.30 Öffentlicher Abendvortrag | Bernd Schneidmüller (Heidelberg): Die Geschichte der Stadt als Wurzel des Rechts. Magdeburgs Strahlkraft im spätmittelalterlichen Europa

Freitag, 6. Oktober 2017

Sektion II: Rechtsaneignung und Rechtsbearbeitung

09.00 Maciej Mikuła (Kraków): Magdeburger Weichbildrecht: seine Entwicklung und Bedeutung im Königtum Polen

09.45 Bernd Kannowski (Bayreuth): Zu Verbreitung und Rezeption der Buchschen Glosse in spätmittelalterlichen Städten

10.30 Danuta Janicka (Toruń): Die Preußische Korrektur von 1598 als Unterbrechung der historischen Entwicklung des deutschen Rechts auf polnischem Territorium

11.15 Marija Lazar (Leipzig): Übersetzen, übertragen, deuten. Übersetzungspraktiken als Einflussfaktor für den Transfer des sächsisch-magdeburgischen Rechts in Ostmitteleuropa

Sektion III: Stadtverfassungen

13.00 Matthias Puhle (Magdeburg): Rat und Schöppenstuhl – Das Ringen um die Macht im mittelalterlichen Magdeburg

13.45 Jolanta Karpavičienė (Vilnius): „Nach unserem Magdeburger Recht“: Zur Frage der Stadtbürger-Identität im Großfürstentum Litauen

14.30 Olga Kozubska-Andrusiv (Lviv): Stadtverfassung in Städten der heutigen Ukraine

15.15 Gerhard Dilcher (Frankfurt/Main): Die kommunale Stadtverfassung des Mittelalters als europäisches Modell

16.00 Stadtführung oder Führung durch die Sonderausstellung „Gegen Kaiser und Papst“ (nach Wahl, Anmeldung erforderlich)

Samstag, 7. Oktober 2017

Sektion IV: Soziale Gruppen der Stadtgesellschaft

09.00 András Végh (Budapest): Ethnic diversity and common law. The example of medieval Buda

09.45 Jürgen Heyde (Leipzig): Armenier in Lemberg und Krakau

10.30 Zdzisław Noga (Kraków): Soziale Gruppen in Städten Kleinpolens: Deutsche und Juden

Sektion V: Bildung und Schriftkultur

11.30 Martin Kintzinger (Münster): Schrift und Recht. Wissenspolitik städtischer Räte im Spätmittelalter

12.15 Christian Speer (Halle/Saale): Stadtbücher im Magdeburger Rechtskreis

14.00 Markus Späth (Gießen): Die Bildlichkeit von Stadtsiegeln im Mittelalter

Sektion VI: Stadträume

14.45 Jerzy Piekalski (Wrocław): Prag, Breslau und Krakau. Drei Varianten der Frühform der Stadt

15.30 Christofer Herrmann (Gdańsk) und Felix Biermann (Göttingen): Die Stadtgründungen im Ermland im 14. Jh. und die Stadtwüstung Alt-Wartenburg (Barczewko)

16.15 Claus-Peter Hasse (Magdeburg): Magdeburg und seine Rechtssymbole

17.00 Zusammenfassung und Schlussdiskussion

Um Anmeldung unter Telefon: 0391 / 5 40 35 01 oder E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! wird gebeten.

 
 

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