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Kontakt

Historische Kommission für Sachsen-Anhalt
- Arbeitsstelle -
c/o Franckesche Stiftungen zu Halle
Franckeplatz 1 / Haus 24
06110 Halle / Saale
Tel.: (0345) 21 27 429
Mail: kontakt@hiko-sachsen-anhalt.de


Postadresse

Historische Kommission für Sachsen-Anhalt
- Arbeitsstelle -
c/o Franckesche Stiftungen zu Halle
Franckeplatz 1 / Haus 37
06110 Halle / Saale


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Bitte schreiben Sie eine E-Mail an kontakt@hiko-sachsen-anhalt.de mit folgenden Angaben: Name, ggf. Institution/ Verein, Zustimmung der Aufnahme in den E-Mailverteiler

11. Tag der Landesgeschichte 2021

300 Jahre königlich-preußische Saline in Halle

Kontinuitäten und Wendepunkte mitteldeutscher Salzgeschichte in vergleichender Perspektive

Die Veranstaltung wird unter Einhaltung der 2G-Regel durchgeführt. Es besteht Maskenpflicht.

klein ULB Liebe KPS 1781 koloriert 600dpi

"Aussicht eines Theils der Koeniglichen Salz-Kothen bey Halle an der Saale", 1781.
Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt in Halle (Saale)


Im Sommer 1721 nahm die königliche Saline vor dem Klaustor in Halle den Siedebetrieb auf. Diese Zäsur in der weit zurückreichenden Geschichte der hallischen Salzproduktion wurde meist als zukunftsweisender Einschnitt gedeutet, als Sinnbild für Wirtschaftlichkeit, Innovation und Modernität. Das Jubiläum bietet den Anlass, dieses Narrativ vor dem Hintergrund neuerer Forschungen zum Salzwesen zu rekapitulieren und die Geschehnisse um 1721 in eine von zahlreichen Traditionen und Brüchen geprägte Geschichte der Salzherstellung einzuordnen. Ein vergleichender Blick auf andere Salinen und Räume lässt allgemeine Trends und lokale Spezifika sichtbar werden. Auch stellt sich die Frage nach dem heutigen Umgang mit der Geschichte der Salinen – welche Rolle kann die Salzgeschichte im Rahmen regionaler Geschichtskultur spielen?


Die Tagung wird veranstaltet von der Historischen Kommission für Sachsen-Anhalt, dem Halloren- und Salinemuseum Halle sowie dem Institut für Landesgeschichte am Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt.

Freitag, 15.10.2021

14:00-14:15
Grußworte

14:15-14:30
Michael Hecht:
Einführung in das Tagungsthema

Sektion I: Kontinuitäten und Brüche in der hallischen Salinengeschichte

14:30-15:15 Uhr
Florian Michel:
Prähistorische Salzsiederei in Halle. Ein Überblick vom Neolithikum bis zur vorrömischen Eisenzeit

15:15-16:00 Uhr
Tom Gärtig:
Salzgewinnung in Halle und ihre Zäsuren um 1700. Digitales Storytelling am Beispiel von Siedehüttenmodellen aus der Wunderkammer der Franckeschen Stiftungen

16:00-16:30 Uhr Pause

16:30-17:15 Uhr
Andreas Stahl:
Die hallische Saline und die preußische Verwaltung im Herzogtum Magdeburg

17:15-18:00 Uhr
Katrin Moeller:
Die Stadt Halle und ihr Salzgewerbe. Veränderungen von Berufs- und Gewerbestrukturen des 18. Jahrhunderts im Vergleich

18:00-18:30 Uhr Pause

18:30 Uhr
öffentlicher Abendvortrag:
Heiner Lück:
„DALES RECHT.“ Rechtliche Grundlagen der vormodernen Salzgewinnung in Halle

anschließend Empfang


Sonnabend, 16.10.2021

Sektion II: Salz und Salinen in der Landesgeschichte: Vergleich, Musealisierung und Denkmalpflege

9:00-9:45 Uhr
Martin Ott:
Zwischen Halle und Hallein: Das nördliche Franken als Absatzraum für Salz im 18. Jahrhundert

9:45-10:30 Uhr
Wilfried Reininghaus:
Westfälische Salinenorte am Ende des Alten Reiches und ihre Präsentation heute

10:30-11:00 Uhr Pause

11:00-11:45 Uhr
Jeanette Metz:
Abenteuer Salz – digitale und analoge Vermittlungsformate im Erlebnismuseum Westfälische Salzwelten

11:45-12:30 Uhr
Klaus Peter Wittwar:
Die bauliche Entwicklung der königlichen, später pfännerschaftlichen Saline vor dem Klaustor in Halle und ausgewählte Baubefunde

Schlussdiskussion


Im Anschluss besteht die Möglichkeit an einer Besichtigung der Baustelle des Salinemuseums teilzunehmen.


Veranstalter: Historische Kommission für Sachsen-Anhalt in Kooperation mit dem Halloren- und Salinemuseum Halle sowie dem Institut für Landesgeschichte am Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt.

Veranstaltungsort: Freylinghausen-Saal in den Franckeschen Stiftungen, Halle (Saale)

Wissenschaftliche Konzeption: Dr. Michael Hecht (Institut für Landesgeschichte)

Anmeldung: Die Teilnahme ist kostenfrei. Wir bitten um verbindliche Anmeldung bis zum 10. Oktober 2021 per E-Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Historische Kommission für Sachsen-Anhalt
– Arbeitsstelle –
Anne Schröder-Kahnt | Koordinatorin
c/o Franckesche Stiftungen
Franckeplatz 1, Haus 24| 06110 Halle (Saale)
Tel: 0345/ 2127429
www.historische-kommission-fuer-sachsen-anhalt.de

Digitale Tagung
Nachlässe bildender Künstler*innen in Sachsen-Anhalt
9. - 10. Juni 2021 Online

Die Tagung findet online statt. Sie können über den Link: https://zoom.us/j/97262991127 an der Veranstaltung teilnehmen. Als Teilnehmer werden weder Bild- noch Tonaufnahmen von Ihnen übertragen, Sie können aber über die Chatfunktion an den Diskussionen teilnehmen.

Tagung der Historischen Kommission für Sachsen-Anhalt in Kooperation mit dem Berufsverband Bildender Künstler Sachsen-Anhalt und dem Institut für Kunstgeschichte und Archäologien Europas der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt Dr. Reiner Haseloff.

Programm

Künstlernachlässe sind eine Fundgrube
und halten immer wieder Überraschungen
bereit. Sie erklären, verdeutlichen oder
weisen hin auf Lebensumstände, Kontexte
und Werkentwicklungen. Man findet in
ihnen Entwürfe, Vorstudien, Notizen und
kann so Anregungen und Anknüpfungen
rekonstruieren. Künstlernachlässe stellen
in jedem Fall ein Vermächtnis dar und können
in spezifischen Fällen auch eine Verpflichtung
bedeuten.                                                                                                                 

Titelfoto Bildhauer Pixabay Web Quelle: Foto von Ana Krach, Pixabay                                                                                                  

Die Tagung versucht Fragen nach der Bedeutung und dem Umgang mit Nachlässen von Künstler*innen zu stellen und teilweise zu beantworten. Dabei werden generelle Perspektiven ebenso eröfnet wie konkrete Beispiele dargestellt und erörtert.

Die Bandbreite der Fragen, Probleme und Antwortmöglichkeiten ist enorm und beginnt bei einer realistischen Einschätzung der möglichen Zahl relevanter Nachlässe, wie deren Recherche, Sicherung, Aufarbeitung und Erforschung, Dokumentation, Aufbewahrung und öffentlicher Zugänglichkeit sowie Fragen nach rechtlichen Voraussetzungen und Problemen. Nachlässe zu Lebzeiten, Künstlerdokumentationen in eigener Sache und der Umgang der Hinterbliebenen sind direkte Problemstellungen für die Betroffenen. Fragen der Relevanz, Erforschung und Vermittlung umgreifen etablierte Institutionen wie das Archiv, das Museum, Stiftungen und Universitäten, wobei i.B. letztere Nachlässe als exemplarische Unterrichtsgegenstände erkennen und etablieren könnten.

Die Tagung zielt auf diese und weitere Problemstellungen. Sie strebt eine multiperspektivierte Betrachtung und Diskussion an, die einige existierende Initiativen aufgreift und weiterdenkt. Sie versteht sich als ein möglicher Ausgangspunkt für die zukünftige Bewusstwerdung und Wahrnehmung vorhandenen, zum Teil aber ungesehenen kreativen Potentials unserer Gesellschaft.

MITTWOCH, 9. Juni 2021
d i g i t a l

18.00 Uhr Begrüßung Olaf Peters und Ruth Heftrig
                  Grußworte
                  Reiner Haseloff | Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt und Schirmherr der Tagung
                  Andreas Pečar | Vorsitzender der Historischen Kommission für Sachsen-Anhalt
                 Christine Bergmann | Zweite Vorsitzende des Berufsverbandes Bildender Künstler Sachsen-
                 Anhalt

18.30 Uhr Öffentlicher Abendvortrag
                  Künstlernachlässe in Deutschland als kultur -politische Herausforderung: Fragestellungen,   
                  Zielsetzungen, Handlungsmodelle
                  Markus Hilgert | Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder

DONNERSTAG, 10. Juni 2021
d i g i t a l

9.30 Uhr Begrüßung und Einführung | Moderation: Ruth Heftrig

9.45 Uhr Robert Propf (1910–1986) – Bildhauer mehrerer Gesellschaftssysteme. Eine kunsthistorische
                Einordnung
                Claudia Berger-Jenkner

10.15 Uhr Robert Propfs künstlerisches Erbe: Umgang – Überlieferung – Dokumentation
                 Sven Pabstmann

10.45 Uhr Kaffeepause

11.15 Uhr Künstlernachlässe am Winckelmann-Museum in Stendal: Dokumentation und
                Präsentation am Beispiel des Nachlasses Wilhelm Höpfner
                Katrin Schade

11.45 Uhr Mittagspause

13.30 Uhr Begrüßung und Einführung | Moderation: Olaf Peters

13.45 Uhr „Das Bild ist ein Bekenntnis des Malers“ – Herausforderungen und Chancen mit dem
                  Nachlass von Heinz Steffens (1921–1986) im Museum Schloss Bernburg
                  Roland Wiermann und Christin Müller-Wenzel

14.15 Uhr Katharina Heise – eine (Un)vergessene. In Sammlungen des Salzlandmuseums vorhanden
                 Frank Löbig

14. 45 Uhr Kaffeepause

15.15 Uhr Werkstattgespräch
Begrüßung und Einführung | Moderation: Ruth Heftrig
Teilnehmer*innen:
René Schäffer und Andrey Bobb | Nachlass Semjon Prosyak
Rolf Müller und Lutz Grumbach | Nachlass Harald Döring
Ingrid Müller-Kuberski | Werkverzeichnis
Bettina Riebesel | Nachlass Marielies Riebesel

16.15 Uhr Kaffeepause

16. 45 Uhr Podiumsdiskussion
(Un-)Sichtbarkeiten – Zur Problematik von Künstler*innen-Nachlässen
Begrüßung und Einführung | Moderation: Olaf Peters
Teilnehmer*innen:
Thomas Bauer-Friedrich | Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)
Gora Jain | Bundesverband Künstlernachlässe
Friederike Koch-Heinrichs | Sächsischer Kultursenat
Klaus Nerlich | Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler


Anmeldung
Die Teilnahme ist kostenfrei. Wir bitten um verbindliche Anmeldung bis zum 4. Juni 2021 per E-mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Historische Kommission für Sachsen-Anhalt
– Arbeitsstelle –
Anne Schröder-Kahnt | Koordinatorin
c/o Franckesche Stiftungen zu Halle
Franckeplatz 1, Haus 24 | 06110 Halle (Saale)
www.historische-kommission-fuer-sachsen-anhalt.de

Weitere Informationen finden Sie hier.

Stipendiatin des Dietrich-Moderhack-Stipendienprogramms 2021


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Juliane Zanke, M.A.

Titel des Projekts: 
Die Architekturzeichnungen des 16. Jahrhunderts in der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau.

Laufzeit des Stipendiums:
1.4.2021–30.09.2021

Kurzbeschreibung des Projektes:

Das Dissertationsprojekt untersucht eines der bedeutendsten Konvolute von Architekturzeichnungen in Deutschland: die Architekturzeichnungen des 16. Jahrhunderts in der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau. Die Arbeit zielt auf das durch die Reformation veränderte Selbstverständnis der Fürsten und die neuen Formen der Repräsentation, nicht nur in der gebauten Architektur, sondern auch in den erhaltenen Planzeichnungen und Entwürfen. Die Zeichnungen stammen aus dem Herzoglichen Archiv des Fürstentums Anhalt, das sich als eines der ersten Fürstentümer überhaupt zur Reformation bekannte, und befinden sich heute in der Graphischen Sammlung der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau. Sie sind überaus umfangreich und in sehr gutem Zustand erhalten geblieben, wurden bisher jedoch noch nicht vollständig bearbeitet. Dies geschieht nun erstmals umfassend in Form eines kritischen Bestandskataloges, in dem sie mit Abbildungen aufgeführt und in einen Zusammenhang gestellt werden. Dabei werden auch Fragen nach der Materialität und Medialität sowie nach den Zeichnern und Baumeistern beantwortet.
Der Katalog ist im Rahmen der Dissertation die Grundlage für die Beantwortung der Frage nach dem neuen Selbstverständnis der Fürsten von Anhalt zur Zeit der Reformation und wie sich dieses in den Entwürfen und Planzeichnungen widerspiegelt. Die Reformation brachte einen umfassenden Erneuerungsprozess mit sich, der unter anderem zu einer neuen Religionspolitik sowie einem neuen Herrscherbild führte. Letzteres präsentierten die protestantischen Fürsten der Öffentlichkeit in Wappen, Fürstenspiegeln und Hofordnungen, vor allem aber in der Architektur. So wurde auch das Schloss als Residenz des Herrschers Teil dieser Veränderungen. In seinem Inneren sorgte beispielsweise ein neues Raumprogramm für mehr Funktionalität, das auch äußerlich im Baukörper und in den Fassaden erkennbar war. Auch die Bauprojekte des Fürstentums Anhalt und deren vorangegangene Entwürfe sind Zeugen dieser Entwicklung.

 

Kurzinformation zur Person:

  • seit 2019 Doktorandin an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
  • 2015 - 2018 Masterstudium der Kunstgeschichte an der Universität Leipzig
  • 2011 - 2015 Bachelorstudium der Kunstgeschichte und Frankoromanistik an der Martin-Luther- Universität Halle-Wittenberg

 



    Foto L Krebs 

Laura Krebs, M.A.

Titel des Projekts: 
Das ‚Polenlager‘ in Gardelegen im Ersten Weltkrieg

Laufzeit des Stipendiums:
1.5.2021–31.10.2021

Kurzbeschreibung des Projektes:

 Kriegsgefangenschaft war im Ersten Weltkrieg ein Massenphänomen. Aufgrund der hohen Gefangenenzahlen errichteten die kriegführenden Staaten innerhalb kürzester Zeit ein ausgeprägtes Kriegsgefangenenlagerwesen.
Über 180.000 der 2,4 Millionen Gefangenen des Deutschen Kaiserreichs befanden sich 1918 auf dem Territorium Sachsen-Anhalts. Seit 1914 gab es hier zwölf Kriegsgefangenenlager. Von besonderem Interesse für die polnische Kriegsgefangenschaft ist das Mannschaftsgefangenenlager Gardelegen, zu dem seit dem Frühjahr 1917 ein sogenanntes Polenlager gehörte. In diesem sollten die polnischen Kriegsgefangenen des Kaiserreichs konzentriert werden.
In offiziellen Statistiken waren diese zwar als ‚Russen‘ verzeichnet – handelte es sich doch um Soldaten aus der Zarenarmee. Die deutsche Nationalitäten- und Polenpolitik bedingte jedoch, dass diejenigen unter ihnen, die sich selbst als Polen verstanden und/oder von deutscher Seite so wahrgenommen wurden, eine im Gegensatz zu ihren russischen Kameraden bevorzugte Behandlung erfuhren. Hierzu zählte auch die gesonderte Unterbringung.
Im Polenlager Gardelegen sollte unter deutscher Schirmherrschaft polnisches nationales Leben gefördert werden. Das Ziel war es, die nationale Minderheit innerhalb der Zarenarmee für die eigenen Kriegsziele zu instrumentalisieren sowie den Kriegsgegner zu schwächen.
Das Forschungsvorhaben möchte die Geschichte dieses wichtigsten Sonderlagers für polnische Kriegsgefangene im Kaiserreich eingehend untersuchen. Welche Beweggründe, Entscheidungen und Prämissen des Preußischen Kriegsministeriums und der untergeordneten Behörden führten zu seiner Gründung, und wie wirkten diese in die Gestaltung des Lageralltags hinein? Hierfür soll das Polenlager vor dem Hintergrund der Geschichte des Kriegsgefangenenlagers Gardelegen sowie der Nationalitätenpolitik gegenüber den polnischen Kriegsgefangenen verortet werden.

 

Kurzinformation zur Person:

  • 2017–2021 Masterstudium der Geschichte und Interdisziplinären Polenstudien an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
    Masterarbeit: „Analyse einer Ausstellungsnarration. Das Muzeum Emigracji in Gdynia“ 
  • 2018–2020 Wissenschaftliche Hilfskraft am Aleksander-Brückner-Zentrum für Polenstudien
  • 2015 Studium der Geschichte an der Université de Nice Sophia-Antipolis
  • 2013–2017 Bachelorstudium der Geschichte, Polnischen und Französischen Philologie an der Universität Regensburg

 

 

Tagung

Jüdisches Leben in Sachsen-Anhalt. Kultur – Musik – Gelehrsamkeit

18.-19. November 2021 in Halle (Saale)

Veranstaltet von der Historischen Kommission für Sachsen-Anhalt in Kooperation mit dem Europäischen Zentrum für Jüdische Musik, Hannover, und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

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Foto: Jwaller, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
    

Die Konferenz widmet sich der jüdischen Kultur- und Bildungslandschaft, die im 18./19. Jahrhundert auf dem Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalt blühte. Wissenschaftliche Vorträge beleuchten den Gegenstand aus unterschiedlicher Perspektive, ein Abendkonzert sorgt für die musikalische Vertiefung und Ergänzung des Themas. So entsteht ein facettenreiches Bild jenes vergessenen jüdischen Kulturraums in Mitteldeutschland, das nicht nur neue Untersuchungsperspektiven freizusetzen verspricht, sondern auch Potential hat, ein neues Bewusstsein für die jüdische Geschichte und Gegenwart der Region zu schaffen sowie die Integration und Akzeptanz der Juden in und durch die Umgebungsgesellschaft zu befördern.

 

Jüdisches Leben in Sachsen-Anhalt. Kultur – Musik – Gelehrsamkeit
Jüdisches Leben unterlag immer und überall dem Wandel, so auch in der Region des heutigen Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Hier entstanden mit der Aufklärung bedeutende jüdische Strömungen, die mit einem fruchtbaren Austausch mit der Umgebungsgesellschaft einhergingen.
Die Schoah bereitete dieser deutsch-jüdischen Blüte ein jähes Ende.
Inzwischen ist das jüdische Leben nach Mitteldeutschland zurückgekehrt. Es unterscheidet sich indes gravierend von dem vor der Schoah. Um dies zu verstehen, bedarf es des Blicks in die Geschichte. Dazu will die Tagung ein Fenster öffnen: Sie widmet sich der jüdischen Kultur- und Bildungslandschaft, wie sie im 18./19. Jahrhundert die Region auszeichnete. Beiträge aus Philosophie, Architektur, den Jüdischen Studien, Theologie, Geschichts-, Kultur- und Musikwissenschaft rücken Personen, Ereignisse, religiöse und intellektuelle Strömungen sowie Erinnerungsorte in den Fokus.
Mit Überraschungen ist dabei zu rechnen: so etwa der unverhofften Entdeckung der Gesänge, die bei der Einweihung der Magdeburger Synagoge 1851 aufgeführt wurden und im Abendkonzert der Konferenz nach 150 Jahren erstmals wieder zu hören sein werden. Daneben erklingen Lieder, die von den erzwungenen Migrationen der Juden in der Diaspora künden.
Tagung und Konzert zeichnen ein facettenreiches Bild jenes vergessenen jüdischen Kulturraums in Mitteldeutschland, das nicht nur neue Untersuchungsperspektiven freizusetzen verspricht, sondern auch das Potential hat, ein neues Bewusstsein für die jüdische Geschichte und Gegenwart der Region zu schaffen sowie die Integration und Akzeptanz der Juden in und durch die Umgebungsgesellschaft zu befördern.

 

Programm


                   

Donnerstag, 18. November 2021
Franckesche Stiftungen, Freylinghausen-Saal

 

10.00 Uhr

 

 

Begrüßung und Grußworte

Einführung in die Tagung
Carsten Lange (Magdeburg)

10.30 Uhr

 

 

Keynote
 Jüdischer Eigensinn. Von Moses Mendelssohn bis Emil Fackenheim
Thomas Meyer (München)

 

11.15 Uhr

 

Kaffeepause

 

  Grundlegendes

11.30 Uhr

 

Das Judentum in Sachsen-Anhalt: Ein Rundgang
Anton Hieke (Halle/Saale)

 

12.15 Uhr   

 

The Eduard Birnbaum Collection of Jewish Music – Klau Library, Hebrew Union College Cincinnati
Marc Kligman (Los Angeles)

13.00 Uhr

 

Mittagspause

 

  Regionalgeschichtliche Aspekte

14.00 Uhr

 

 Architektur und Aufbau der Toraschreine in den Synagogen in Sachsen-Anhalt
 Mirko Przystawik (Braunschweig)

 

14.45 Uhr

 

 

 Zwischen Tradition und Reform. Synagogale Musik in Mitteldeutschland im Zeitalter der Emanzipation
Regina Randhofer (Hannover)

 

15.30 Uhr

 

Kaffeepause

 

16.00 Uhr

 

Frauenbild und Mädchenerziehung in der Zeitschrift „Sulamith“
Michaela Will (Hamburg)

 

                     Orte der Erinnerung I

16.45 Uhr

 

 

Nidpas po, kehillat kodesch Yesnits: Jeßnitz als Zentrum des hebräischen Buchdrucks im 18. Jahrhundert
Dirk Sadowski (Braunschweig)

 

   Aula der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Löwengebäude)
19.00 Uhr    Klezmer und mehr …
neben Klezmer-Musik erklingen synagogale Gesänge, jiddische Lieder und Chansons
 

Mitwirkende:
Universitätschor Halle „Johann Friedrich Reichardt“ (Kammerchor)
Markus Vogt, Orgel | Leitung: UMD Jens Lorenz
Michael Stach (Stuttgart), Akkordeon und Gesang, Iris Amsel (Hannover), Violine
Stepan Gantralyan (Jerewan/Berlin), Gesang, Emil Georgiev (Sofia/Berlin), Gitarre, Tania Alon (Berlin), Gesang und Gitarre


anschließend „Get together“

 

 

Freitag, 19. November 2021
Franckesche Stiftungen, Freylinghausen-Saal

Orte der Erinnerung II

9.00 Uhr 

  

 

Dessau als Zentrum der jüdischen Aufklärung und Reformbewegung des 19. Jahrhunderts
Bernd G. Ulbrich (Dessau)

 

9.45 Uhr  

 

Magdeburg – Ludwig Philippson und die um Ausgleich bemühte Reform
Elias S. Jungheim (Frankfurt am Main)

 

10.30 Uhr  

 

Kaffeepause

 

11.00 Uhr

 

Orientalistik und Wissenschaft des Judentums in Halle
 Mirjam Thulin (Berlin)

 

11.45 Uhr  

 

Die Halberstädter Austrittsorthodoxie
Alexander A. Dubrau (Jerusalem)

 

12.30 Uhr 

  

Mittagspause

 

  Mission und Vertreibung

14.00 Uhr

 

 

Die Arbeit des Institutum Judaicum in Halle im 18. Jahrhundert und sein Religionsverständnis
Christoph Rymatzki (Jena)

 

14.45 Uhr

 

 

Das Projekt „Verfolgte Musiker im nationalsozialistischen Thüringen“. Einblicke in die Biographien ausgewählter Kantoren und Rabbiner
 Maria Stolarzewicz (Weimar)

 

15.30 Uhr

 

Kaffeepause

 

  Von Mitteldeutschland in die Welt

16.00 Uhr

   

Der Philosoph Emil Ludwig Fackenheim: Von Halle nach Jerusalem
Christoph Münz (Greifenstein)

 

16.45 Uhr  

 

Anmerkungen zum jüdischen Händelbild
Juliane Riepe (Halle/Saale, Magdeburg)

 

17.30 Uhr

 

Schlusswort

 

17.45 Uhr     Ende der Tagung

 

      

Veranstalter    
Historische Kommission Sachsen-Anhalt (Vorsitzender: Prof. Dr. Andreas Pečar) in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Zentrum für Jüdische Musik, Hannover, und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Mit freundlicher Unterstützung des Landes Sachsen-Anhalt, dem Verein 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e. V. und der WISAG Sicherheit & Service Mitteldeutschland GmbH
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Konzeption, Leitung und Moderation
Prof. Dr. Kathrin Eberl-Ruf, Dr. Carsten Lange, Dr. Regina Randhofer


Veranstaltungsorte
Tagung: Franckesche Stiftungen, Freylinghausen-Saal (Franckeplatz 1, 06110 Halle/Saale)
Konzert: Aula der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Universitätsplatz 10, 06108 Halle/Saale)

 

Anmeldung, Eintrittskarten und Kontakt
Die Teilnahme an der Tagung ist kostenfrei – Anmeldung erbeten.
Konzertkarten zum Preis von 15 EUR (erm. 10 EUR) sind ab September 2021 im Vorverkauf erhältlich (Tel. 0341 14 990 758, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, online www.musikfeste.de) und an der Abendkasse.


Historische Kommission für Sachsen-Anhalt
– Arbeitsstelle –
Anne Schröder-Kahnt | Koordinatorin
c/o Franckesche Stiftungen zu Halle
Franckeplatz 1, Haus 24 | 06110 Halle/Saale
Tel.: +49 (0) 345 21 27 429
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www.historische-kommission-fuer-sachsen-anhalt.de

Einsendung von Beiträgen

Was wird veröffentlicht?
Das Jahrbuch "Sachsen und Anhalt" erscheint im Frühjahr jeden Jahres und versammelt unterschiedliche wissenschaftliche Beiträge zur Geschichte Sachsen-Anhalts. Zudem dient das Jahrbuch als Publikationsort für kleinere Tagungen, die von der Historischen Kommission veranstaltet werden. Die Reihe repräsentiert das gesamte Fächerspektrum der Mitglieder der Historischen Kommission. Das Themenspektrum umfasst Beiträge zur Geschichte, zur Kirchengeschichte, zur Kunstgeschichte, zur Musikgeschichte, zum Bibliotheks- und Museumswesen.


Einsendung von Manuskripten
Sollten Sie Interesse daran haben, einen Beitrag im Jahrbuch "Sachsen und Anhalt" zu veröffentlichen, so senden Sie bitte den fertigen Beitrag als Word-Datei (.docx) an die beiden Herausgeber des Jahrbuches. Das Manuskript wird dann innerhalb des Herausgeberkreises begutachtet. Sollte die Begutachtung grundsätzlich positiv ausfallen, werden dem Autor/ der Autorin eventuelle Überarbeitungsvorschläge unterbreitet und gemeinsam der Zeitplan für die Veröffentlichung vereinbart.


Grundsätze
Die Historische Kommission setzt sich mit der Herausgabe des Jahrbuches „Sachsen und Anhalt“ für eine gute wissenschaftliche Praxis ein. Die HerausgeberInnen verpflichten sich zu einer verantwortungsvollen editorischen Arbeit, während die AutorInnen den wissenschaftlichen Standards hinsichtlich der Qualität und Originalität ihrer Beiträge folgen.


Manuskriptrichtlinien
Hinweise zur formalen Manuskriptgestaltung finden Sie hier.


Historische Kommission für Sachsen-Anhalt e.V.