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Historische Kommission für Sachsen-Anhalt
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Stipendiaten des Dietrich-Moderhack-Stipendienprogramms 2018


Kristin Loga

Kristin Loga, M. A. (Bremen)

Titel des Projekts: 
„Ortsnamen im Ostharz. Eine onomastische Untersuchung rezenter und wüst gefallener Siedlungsnamen der ehemaligen Kreise Sangerhausen und Quedlinburg“ (Arbeitstitel)
Dissertation an der Universität Leipzig
Beginn des Projekts: 2010
Ende des Projekts: Dezember 2018
Laufzeit des Stipendiums: 01.06.2018-30.11.2018

Kurzbeschreibung des Projekts

Siedlungsnamen strukturieren den Raum – gegenwärtig wie historisch. Sie sind Zeugen der Geschichte der Menschen einer bestimmten Region, ihrer Entwicklung in selbiger und manchmal Ausdruck des Gestaltungswillens weltlicher und geistlicher Herrscher. Im Zusammenspiel mit der Geschichtswissenschaft, der Archäologie sowie historischer Hilfswissenschaften leistet die Ortsnamenkunde zu den Fragen nach einer Besiedlungskontinuität und Siedlungsgeschichte eines Gebietes wichtige Beiträge.
Im vorliegenden Dissertationsprojekt werden alle rezenten und wüstgefallenen Siedlungsnamen der beiden ehemaligen Landkreise Sangerhausen und Quedlinburg sprachgeschichtlich untersucht, mit dem Ziel, ein historisches Ortsnamenbuch zu erstellen. Urkundliche Namenbelege bilden die Basis der Bearbeitung, und besonders die jeweils frühesten Namenformen sind dabei von besonderer Wichtigkeit, da sich in ihnen Namenbildung und Ursprungsform meist noch relativ gut darstellen. Im Zusammenspiel mit Deutungsvorschlägen aus der Sekundärliteratur wird, immer unter Berücksichtigung der sprachgeschichtlichen Gegebenheiten des Raumes, eine eigene Deutung entwickelt, die sich an bereits bestehende Deutungen – so vorhanden – anlehnen oder aber einen neuen Lösungsweg aufzeigen kann. Eine linguistische Auswertung zu den in den Namen enthaltenen Elementen wird den Abschluss der Arbeit bilden.
Insgesamt umfasst die Bearbeitung 269 Namen, wobei die Anzahl der Wüstungen mit etwa 169 deutlich überwiegt (die Zahlen sind dem aktuellen Bearbeitungsstand entnommen und entsprechend vorläufig, da hinsichtlich der Zahl der Wüstungen durchaus noch mit Varianzen zu rechnen ist).

Kurzinformation zur Person:

  • seit 5/2010 freie Mitarbeiterin im „Prof. Udolph – Zentrum für Namenforschung“ in Leipzig
  • seit 2009 freiberufliche Lektorin
  • 10/2003–9/2008 Studium der Germanistik (Hauptfach), Afrikanistik und Onomastik an der Universität Leipzig mit Abschluss Magister Artium (M. A.)
    Magisterarbeit: „Die Ortsnamen des Landkreises Sangerhausen“, Leipzig 2007, ungedruckt

 Thomas Grunewald M.A.

Thomas Grunewald, M.A. (Halle)

Titel des Projekts: 
„Die Balance von Europa“ - Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode, das pietistische Adelsnetzwerk und der protestantische Mächteblock im Norden
Dissertation am Lehrstuhl für die Geschichte der Frühen Neuzeit am Institut für Geschichte der Martin-Luther- Universität Halle-Wittenberg
Beginn des Projekts: Oktober 2013
Ende des Projekts: Dezember 2018
Laufzeit des Stipendiums: 01.07.2018-31.12.2018

Kurzbeschreibung des Projekts

Das Dissertationsprojekt untersucht das Verhältnis des Reichsgrafen Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode (1691-1771) zu den Königen von Dänemark, Preußen und England-Hannover sowie seine Rolle als Vermittler in den maßgeblich von ihm betriebenen Bemühungen zur Schaffung einer großen protestantischen Allianz, bestehend aus den drei genannten Mächten, im Zeitraum von etwa 1735 bis 1745. Begünstigt, einerseits durch seine familiäre Anbindung an das dänische Königshaus, und andererseits durch sein Auftreten als adliger Pietist, gelangte er in eine nur lückenhaft rezipierte und in ihrer Bedeutung bisher nicht erkannte Vertrauensposition bei den genannten Monarchen. Seine angestrebten Allianz- und Heiratsverbindungen zwischen den drei Mächten scheiterten letztlich durch die neu entstandene politische Situation in der Folge der ersten beiden Schlesischen Kriege.
Das Dissertationsprojekt fragt nach den Verhältnissen Christian Ernsts als mindermächtiger Reichsgraf und Vasall zum preußischen König, als Adliger zu seinem pietistischen Cousin, dem dänischen König, und als adliger Pietist zum englischen König sowie dem maßgeblichen Minister in Hannover. Die Arbeit nimmt das Thema dabei sowohl aus einer vergleichenden, landesgeschichtlichen als auch aus einer internationalen Perspektive in den Blick.

Kurzinformation zur Person:

Thomas Grunewald, geb. 1985 in Halle, studierte Geschichte, Philosophie und Betriebswirtschaftslehre an der Martin-Luther- Universität Halle-Wittenberg und absolvierte anschließend ein Wiss. Volontariat im Ausstellungsbereich der Franckeschen Stiftungen. Seit Mitte 2016 ist er für die Stabsstelle Forschung der Franckeschen Stiftungen tätig.


Historische Kommission für Sachsen-Anhalt e.V.